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Die verbeamtete Republik

Der deutsche Parlamentarismus ist in der Krise. Je größer die Koalition, desto geringer der Einfluss der Abgeordneten. Da soll dann wenigstens das Ambiente stimmen. Je unbedeutender der Abgeordnete sich fühlt, desto mehr braucht er zu seiner Prachtentfaltung. Deshalb wird in Berlin weiter an Abgeordnetenbüros gebaut. Man fragt sich wie die Bonner Republik ganz ohne die großzügigen Möglichkeiten der Abgeordneten gedeihen konnte. 5800 Mitarbeiter des Bundestags lesen den Abgeordneten selbst Gedanken von den Lippen, die diese gar nicht zu formulieren bereit und in der Lage wären, weil sie über wichtigen Fragen wie der Mindestlohndokumentationspflichten-Verordnung (MiLoDokV) brüten müssen. Und weil für die Bundestagsabgeordneten nichts zu teuer ist, geraten die Bedürfnisse des Mittelstands aus dem Blick. Während im Bundestag Heerscharen mit dem Verwalten der Republik und ihrer selbst befasst sind, müssen kleine und mittlere Unternehmen mit höherer Produktivität umsetzen, was Abgeordnete und Beamte als Existenzberechtigungsnachweisaktivitäten (um Amtsdeutsch zu sprechen) ersinnen. Gut, dass die Steuern stetig sprudeln. Beim Unternehmen gehen die Kunden dahin, wo es preiswerter geht. Viele Bürger könnten sich mehr leisten, wenn staatliche Bürokratie nicht an der Preisschraube drehen würde. Noch immer arbeiten viele daran nicht als Transferempfänger zum Staatsdiener zu werden. Nicht können nicht alle Bundesbürger Bundesbauten errichten, Beamte werden und die Bedürfnisse von Abgeordneten befriedigen. Aber die “Große Koalition” arbeitet dran… Guten Morgen, Zukunft.