Ideen & Aktionen

Zwei Grundregungen des liberalen Menschen sind: Das kann doch nicht angehen! Das lasse ich mir nicht gefallen! Aus diesem Grund habe ich schon früh ausdrucksstarke Formen des politischen Protests entwickelt, um gegen herrschende Missstände anzugehen.

Die erste solche politische Aktivität verlief schmerzhaft. Auf einem Kinderspielplatz wollte ich mich gegen die Zwänge der Physik wehren und flog befördert durch die Zentrifugalkraft aus dem Kinderkarussell, das mich noch eben so angenehm unterhielt.

Ich gestehe offen: Dabei bin ich auf den Kopf gefallen. Und hatte eine leichten Dachschaden, der aber mit sieben Stichen behoben werden konnte.

Danach beschloss ich mich bei der Demonstration meiner politischen Haltung weniger leibfeindlichen Ausdrucksformen zu bedienen.

Ansehen und Aufsehen gehören heute zusammen. Im Zeitalter des Infotainment, dass man vielleicht beklagen, mit Sicherheit aber nicht verhindern kann, reicht es längst nicht mehr nur die richtigen Ideen zu haben. Man muss sich auch Gehör verschaffen. Ich versuchte dies durch unkonventionelle Aktionen, die politische Forderungen in lebendige Bilder umsetzen und liberales Lebensgefühl vermitteln sollten.

BürokratieabbauBürokratieabbau

So bauten meine politischen Weggefährten und ich mit einer eigens dafür entworfenen Baustelleninstallation vor verschiedenen Rathäusern Bürokratie ab und brachten so unser Missfallen gegen überbordende Vorschriften und den freiheitsbeschränkenden deutschen Regelwald zum Ausdruck.

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Concordia

Als es dem Bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber gefiel, seiner Kunstsinnigkeit – ganz der Tradition bayerischer Herrscher des 19. Jahrhunderts verbunden und wohl leider auch deren bekanntermaßen zurückhaltender Selbstdarstellung auf das Innigste nacheifernd – durch die Schaffung eines sogenannten “Künstlerhauses” in Bamberg ein angemessenes Denkmal zu setzen, konnten die Jungen Liberalen nicht anders: Wieder einmal musste demonstriert werden. Damit ich richtig verstanden werde: Wir hatten nichts gegen die Künstler. Aber wir waren der Auffassung, dass man diese wohl am besten durch den Ankauf ihrer Kunst fördert und nicht dadurch, dass man sie ein Jahr lang in einem Glaskasten zur Schau stellt, der ihnen als Atelier und Wohnung dienen sollte. Der Glaskasten wurde überdies noch in den Garten eines barocken Wasserschlosses namens Condordia betoniert, der im Kernbereich der Weltkulturerbestadt Bamberg steht. Für uns hieß das, rein ins Schlauchboot und ein Transparent angebracht mit der Aufschrift: “Durch das Gewächshaus für die Kunst wird die Concordia…”

foto-aktion032.jpgSteuerdrache

Am Rande eines Parteitages der FDP in Bayreuth demonstrierten die Jungen Liberalen vor der Bundestagswahl 1998 gegen die durch eine rot-grüne Regierung drohenden Steuererhöhungen. Diesmal mit einem Ritterspiel. Die Handlung ist schnell erzählt: Ein aus den bewährten Werkstätten Marke Eigenbau nach den Entwürfen des Bamberger Kreativ-JuLis Thomas Hahn gefertigter rot-grüner (Steuer-)Drache wird durch einen blau-gelb gerüsteten Ritter erlegt. Hätten wir geahnt, wie tief die kommende Bundesregierung in die Taschen der Bürger kriechen würden, hätten wir natürlich weniger romantisch-märchenhafte Bilder in der Wagner-Stadt inszeniert.

foto-aktion04.jpgDehler-Gedenkfeier

1997 würdigten die Liberalen auf die Initiative den Bamberger Rechtsanwalt Thomas Dehler anlässlich seines 100. Geburts- und seines 30. Todestages mit einer Reihe gutbesuchter Veranstaltungen. Im Juli 1997 wurde eine aus privaten Sponsorengeldern, die die FDP in Bamberg gesammelt hatte, finanzierte Gedenktafel an der Kanzlei des Gründungsvaters der bayerischen FDP und ersten Bundesministers der Justiz angebracht. Enthüllt hat sie eine seiner Nachfolger im Justizministerium, Prof. Dr. Edzard Schmidt-Jortzig. Im Dezember des gleichen Jahres gestaltete der Kreisverband der FDP Bamberg und die Stadt Bamberg repräsentiert durch den Oberbürgermeister einen Festakt vor 450 Gästen im E.T.A.-Hoffmann-Theater Bamberg. Prominente Gäste waren dabei der Parteivorsitzende Wolfgang Gerhardt und Alt-Bundespräsident Walter Scheel. Die für den erkrankten Vorsitzenden der Friedrich-Naumann-Stiftung Otto Graf Lambsdorff verfasste Rede trug Rolf Berndt, das Geschäftsführende Vorstandsmitglied der Stiftung vor. Damals ahnte ich nicht, dass dieser mich drei Jahre später zu seinem Persönlichen Referenten machen würde.

foto-aktion05.jpgStraßenfest

Wo war der Hase? Dieses Kostüm wurde nach Entwürfen des genannten Kreativ-Liberalen gefertigt um die Liberalen bei einem Karnevalsumzug würdig zu vertreten. Meister Lampe verteilte blau und gelb gefärbte hart gekochte Eier. Wie auch durch einen blau-gelben Weihnachtsmann im Advent sollte so auf humorvolle bzw. jahreszeitlich angepasste Weise liberale Präsenz gezeigt werden.

Zuletzt kam das Kostüm blau-gelber Hase als Maskottchen des Wagens der FDP beim Christopher-Street-Day in Berlin 2001 zum Einsatz. Dabei entstand auch das gezeigte Foto.

huepf2.jpg Kinderlärm ist Zukunftsmusik

Wer mal so richtig Zukunftsmusik am FDP-Wahlkampfstand haben möchte, der kann sich bei mir eine blau-gelbe Hüpfburg leihen. Und wer den Kindern noch mehr Spaß bereiten will, der leiht sich auch noch ein Häschen-Kostüm .



Drehorgel

Ein Lied sagt mehr als tausend Worte:

Moritat zur Wahl 2001
(Zur Melodie: “Mariechen saß weinend im Garten”)

orgel-3.jpg 1. Vor Wahlen steht‚ ‘mal wieder
Die Hauptstadt an der Spree.
Was wähl’ ich, fragt sich jeder:
Schwarz, Grün, Gelb, SPD?
Mein Lied, Berliner Pflanze,
Sagt Dir, wie ich es seh’,
Nach all dem Filzgetanze
Hilft nur die FDP!

2. Die Stadt ist hochverschuldet,
Verfilzt seit Jahren schon,
Berlin hat lang erduldet
Die große Koalition.
Ein Skandal, die Bankenkrise,
bracht’ Schwarz-Rot dann ein End’
Die SPD macht glauben,
Dass sie dafür nichts könnt’.

3. Die FDP fordert Neuwahl’n,
Das Volksbegehr’n gibt ihr recht:
Die Berliner Wirtschaftszahlen
Bei Schwarz-Rot waren sie schlecht.
Rexrodt, der Mister Wirtschaft,
Weiß wie der Hase läuft,
Wie die Stadt sich wieder aufrafft,
Eh’ in Schulden sie ersäuft.

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4. Herr Diepgen sitzt weinend vor’m Rathaus
Seine Macht sie ging dahin,
Frank Steffel sieht ziemlich alt aus,
Er kriegt diesen Job nicht hin.
Landowskys letzter Schüler
Der Neue für die Union?
Berliner seht es kühler:
Den Filz, den kennt ihr schon!

5. Mit Duldung alter Genossen
Regiert nun Klaus Wowereit.
Der Rot-grüne Bund wurd’ geschlossen,
Die Sybill hat den Klaus gefreit.
Die Lage Berlins, die bleibt schwierig,
Rot-Grün greift Probleme nicht an
Der Bürgermeister, der ziert sich,
Geht nur bei Partys ran.

6. Bei den Grünen regieren “Reale”,
Die manche Kröte verdrückt,
Sie verleugnen heut’ die Ideale,
Mit denen ihr Aufstieg geglückt.
Berliner prüft bitte gründlich,
Was die Klotz Euch heut’ verspricht.
Grüne Meinungen wechseln stündlich.
Was Klotz hält, weiß sie nicht.

7. Was im Osten schon früher gescheitert,
Preist Gysis Politladen an:
Auch wenn er mit Worten begeistert
An seinem Tun ist nichts dran.
Nen Fehler macht ein jeder –
Das weiß die Stadt von Welt –
Wer einen Entertainer
Für einen Staatsmann hält.

8. Der Stadtverkehr falsch geregelt;
Das Schulwesen zeitigt Verfall,
Berlins Wirtschaft vorschriftsgeknebelt:
Es ist schon ein Augiasstall.
Die FDP wird’s richten
Für Berlin mit neuer Kraft.
Ganz frei von Filzgeschichten
Rexrodt, Mister (Markt-)wirtschaft.

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Steuerzahlertag

In jedem Jahr begleitet die FDP den Steuerzahlertag mit Aktionen, die für die steuerliche Entlastung der Bürger werben. Der Steuerzahlertag ist der Tag des Jahres bis zu dem die Menschen rechnerisch nur für Steuern und Abgaben arbeiten. 2008 fiel dieser Tag auf den 13. Juli.

Die Aktionen der Bundes-FDP, die von der Abteilung Strategie und Kampagnen verantwortet werden, sind unter www.steuern.fdp.de dokumentiert.

Steuerzahlertag

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