FDWie?

Die FDP birgt immer Überraschungen: Sie ist eine Partei von Individualisten, die sich für ganz unterschiedliche Belange einsetzen und Verantwortung übernehmen. Ein Ziel eint uns: Mehr Freiheit für mehr Menschen!
Die liberale Vielfalt schlägt sich auch in der Breite ihrer Vorfeldorganisationen nieder: Da fallen dem Kenner natürlich sofort die angriffslustigen Jungen Liberalen, die selbstbewussten Liberalen Frauen, aber auch die Vereinigung liberaler Kommunalpolitiker ein. Eine Abkürzung ist nur wenigen geläufig. Sie unterscheidet sich nur in einem Buchstaben vom Namen der nahestehenden Partei, deren Grundhaltung sie teilt: Die Rede ist von der FDW. Sie haben richtig gelesen. FDW steht für Freie Demokratische Wohlfahrt. Unter diesem beinahe etwas altertümlich aufgeschlüsselten Kürzel steht eine sehr zeitgemäße Einrichtung, die wohl auch noch länger gebraucht wird, der sogenannte „Trockenraum“ im Prenzlauer Berg. Er ist eine Tageseinrichtung, in der sich fünf hochqualifizierte hauptamtliche Kräfte aus den Bereichen Psychologie, Sozialarbeit und Ergotherapie um bis zu 20 Suchtabhängige kümmern. Sie sollen ihren Weg zurück in die Freiheit, die Freiheit von Sucht, machen.
Die FDW ist der Träger des „Trockenraums“: der kleinste Träger der Sozialarbeit in Berlin. Am 29. Mai 2013 wurde in der Berhard-Lichtenberg-Straße 3 das Jubiläum gefeiert: 20 Jahre erfolgreiche Arbeit für den Weg aus der Sucht. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Mechthild Dyckmans würdigte die Arbeit. Sie fand viel Lob für Mitarbeiter und den ehrenamtlichen Vorstand mit dem Vorsitzenden Andreas Otto und die Ehrenvorsitzende Margot Oberbach. Die kleine Einheit, die Unterstützung durch menschliche Nähe und Zuwendung bürgen für den Erfolg. Er belegt, Liberale fassen nicht nur kluge Beschlüsse, sie sorgen auch für ihre Umsetzung in der Praxis. Bei der FDW wird nicht nur gegackert, dort werden auch Eier gelegt.
Einmal mehr zeigt das: Die Liberalen passen in keine Schublade, obwohl sie ständig in solche gesteckt, oder in irgendeine Ecke gestellt werden sollen. Marion Gräfin Dönhoff hat den Freunden der Freiheit ihren Platz zugewiesen: „zwischen allen Stühlen“. Das ist freilich keine bequeme Position. Deshalb lassen sich Liberale auch nicht bequem nieder. Sie stehen und arbeiten für Ihre Ziele, trotz Kritik, auch dort, wo sie ihre Überzeugung hintreibt, auch wenn Ihnen die Anerkennung verwehrt bleibt.
Die dankbare „Kundschaft“ des Trockenraums vermittelte den Aktiven der FDW Genugtuung und Anerkennung, die ihnen in der Öffentlichkeit vielfach verwehrt bleiben. Das lässt einen über manchen oberflächlichen Kommentar hinweg auf die tatsächliche Leistung innerhalb der eigenen Reihen sehen: Die FDP kann sich zur FDW gratulieren. Alles Gute und auf viele weitere Jahre !