Meine Vorstellung(en)

Bei der Bundeswahlversammlung der FDP zur Aufstellung der Landesliste zur Bundestagswahl am 22. September habe ich , um Listenplatz vier beworben. In einer Kampfabstimmung siegte ich gegen meine Mitbewerberin und erhielt bereits im ersten Wahlgang 56,88 Prozent und damit die erforderliche absolute Mehrheit der Stimmen. Hier der Text meiner Vorstellungsrede:

 

Liebe Freundinnen und Freunde der Freiheit,

 

beim Telefonieren merkt man sofort, wenn man sich verwählt hat, bei den Abgerodnetenhauswahlen 2011 fiel das erst mit Verzögerung auf. Dafür zahlen die Bürger jetzt die Zeche und zwar deutlich mehr als bei einem mißglückten Wählversuch am Telefon.

 

Ich möchte mich einbringen, dass ein Verwählen am 22. September so schwierig wie  möglich wird. 

Ich kandidiere in Bundestagswahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg. Dort ist Christian Ströbele der Direktkandidat. 

Kaum irgendwo in Deutschland wird wie hier deutlich, warum es die FDP braucht.

Die Gegner der Freiheit stehen außerhalb der FDP.

Meine Kandidatur ist ein Akt der Selbstverteidigung gegen Bevormundung und

Überreglementierung. Deutschland ist kein grünes Biotop, für das die tränenreiche Claudia Roth die Schutzmantelmadonna mimt.

Grüne glauben, den Lauf der Welt ganz genau zu kennen und versuchen anderer Leute Schicksal zu spielen. Sie wollen uns vorschreiben, was wir denken, essen, trinken und genießen sollen. Selbst die Wortwahl wollen sie reglementieren.

Ihr Ziel ist nicht die Unabhängigkeit des Menschen.

Für sie gelten einfache Wahrheiten: Natur gut. Unternehmer böse. Verbraucher dumm. Das ist kein liberales Menschenbild. Wir kennen die Schwächen und Grenzen der Menschen, auch unsere eigenen und gehen damit um.

Grüne suchen in jeder Panik ihren Profit und ziehen aus jeder Krise ihren Gewinn.

Wir setzen auf die Ermutigung zur Freiheit statt auf das Ausnutzen von Angst.

Und seit Wowereit und Platzeck wissen wir: Wer Sozialdemokraten hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.

Sozialdemokraten können alles – versemmeln.

Mit linken Allmachtsfantasien, mit Verstaatlichung und Vorschriften lösen Sie kein Problem. Damit können Sie nicht einmal das Licht am Großflughafen BER ausschalten, wenn es nicht gebraucht wird.

Sozialdemokraten schwadronieren von Solidarität und haben die Solidarität mit dem Steuerzahler längst aus den Augen verloren.

Aber auch die vierte Sozialdemokratische Partei im Bundestag müssen wir im Auge behalten: die CDU.

Sie braucht einen marktwirtschaftlichen Schrittmacher. Das fängt schon bei einfachen Dingen, wie dem Einüben von Vertragstreue an. Aber auch bei der Akzeptanz von Vielfalt braucht die Union Nachhilfe.  

Die Union hat auf der Suche nach dem konservativer Orientierung mitunter schrille Töne parat.

Die CSU erst recht. 

Sie spricht von „schrillen Minderheiten“. Wenn meint sie damit. Die FDP? Menschen, die nicht das Familienbild von Horst Seehofer teilen und keine Zweit-Frau zur linken Hand haben? Oder doch nur sich selbst?

Wenn sich Liberale in Privatangelegenheiten an Männern in bodenlangen Kleidern orientieren sollen, halten Sie sich an die Richter in Roten Roben, nicht an die Kardinäle in roten Soutanen.

Die Union ist nicht falsch programmiert. Sie hat gar kein Programm. Aber eine erfolgreiche Kanzlerin. Auch dank der Impulse der FDP. Liberale sind noch nicht am Ende ihrer Ambition. Wir wollen mehr FDP-Politik in die Regierung tragen. Dazu braucht es Klarheit und Selbstbewusstsein.

Ich rede gerne. Das wissen Sie. Aber ich rede ungern über mich. Das wissen die wenigsten. Trotzdem auch ein paar Worte zu mir.

Was kriegen Sie für Ihre Unterstützung  meiner Kandidatur?

25 Jahre Erfahrung in der Politik. Nicht nur in der Theorie, auch in der Praxis. 

Mein Studium habe ich mir im Schichtdienst eines Zündkerzenherstellers verdient.

Bei meiner ersten Bundestagskandidatur überraschte ich meine Kollegen bei Bosch damit, dass ich um 5.30 Uhr oder 22.00 Uhr also kurz vor Schichtbeginn an den Werkstoren für die FDP warb und anschließend mit ihnen am Brennofen und Fließband stand.

Nähe zieht: Am Ende fehlten nur 1600 Stimmen zum Bundestagsmandat. Aber mein Kampfgeist für die liberale Sache war endgültig angestachelt. Ich habe gelernt, dass der Gedanke der Freiheit in jedem Umfeld Freunde hat. Ob am Werkstor oder in Friedrichshain-Kreuzberg. Die FDP ist für alle da und sie kann alle überzeugen. Wenn sie lebensnah verdeutlicht wird. Auch die Frage, ob ein Doppelwaschbecken sein muss oder nicht, sollen  Friedrichshainis und Kreuzberger selbst entscheiden. Dazu braucht er keinen grünen Bezirksstadtrat, der die Hängetoilette zum Luxus erklärt.

 

Wir brauchen aber auch keine grünen Bürgermeister, die Investoren einen Teilabriss der Mauer verordnen und hinterher gegen ihren eigenen Beschluss demonstrieren.

Als Siebtes von neun Kindern habe ich gelernt mir Gehör zu verschaffen.

Zur Zeit bin ich als freier Berater tätig. 

Ein guter Politiker ist nicht nur ein guter Redner, er muss auch ein guter Arbeiter sein.

Als enger Mitarbeiter des Geschäftsführers der Stiftung für die Freiheit und deren Vorsitzenden Otto Graf Lambsdorff habe ich das und vieles über die Soziale Marktwirtschaft gelernt.

Wir haben gemeinsam mit zahlreichen Freiwilligen und den hochmotivierten Mitgliedern 2009 das beste Wahlergebnis für die FDP produziert. Mit weniger als 30 Mitarbeiter in der FDP-Bundesgeschäftsstelle. Das Adenauerhaus hat fünfmal so viele Mitarbeiter. Ich durfte als Abteilungsleiter für Strategie und Kampagnen meinen Beitrag leisten. Wir haben gemeinsam mit zahlreichen Freiwilligen und den hochmotivierten Mitgliedern 2009 das beste Wahlergebnis in der Geschichte der FDP produziert.

Ich weiß, was eine Kampagne mit geringem Budget bedeutet. Das fordert die Fantasie. Wir brauchen eine Politik, die mehr Fantasie aufbringt als nur den Ruf nach mehr Geld und neuen Steuern.

Liberale schätzen die Medien. Wir brauchen Informationen. Was wir nicht brauchen, sind vorgefasste Meinung. Die habe ich, die haben wir alle selbst. 

Meinung und Urteilskraft setzt Bildung voraus. Das beginnt in der Familie und hört in der Schule noch lange nicht auf. Ich kämpfe für Wertevermittlung und ein richtiges Verständnis der Zusammenhänge in Demokratie und Marktwirtschaft, Weltoffenheit und Wettbewerb, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte.

Sie machen unsere Gesellschaft lebenswert und haben unserer Gesellschaft Wohlstand gebracht. Für diese Prinzipien steht die FDP. Sie machen die Liberalen gegen alle Prognosen erfolgreich – wie zuletzt in Niedersachsen. 

Wir brauchen uns nicht verstecken.

Deshalb lasse ich mich auch nicht kleinreden. Setzen Sie mit mir auf:

Mut statt Missmut. Helmut, eben.