Archiv für den Monat: Mai 2012

“Soziale” Medien

Soziale Medien sind digitale Kommunikationsmittel, Techniken und Software, die es  Menschen ermöglichen miteinander in Austausch zu treten und Inhalte allein und in Gemeinschaft zu gestalten. Soweit die landläufige Definition. So allgemein, so gut. In Deutschland verspricht das Beiwort „Sozial“ üblicherweise noch weitere Qualitäten (Siehe auch Soziale Marktwirtschaft), die dem begleiteten Hauptwort scheinbar nicht eigen sind. Aber bedarf nicht jedes Medium des sozialen Umfeldes? Mehr noch wird das Medium nicht erst durch die Sender und Empfänger-Funktion zum Medium?

Ist Social Media also nur eine verkaufsfördernde Produktbezeichnung? Oder bezieht sich der Begriff „Sozial“ auf die besondere Qualität, des in diesem Medium gepflegten Austauschs? Hier nährt schon ein oberflächlicher Blick auf nahezu jede Diskussion in Facebook Zweifel. Nicht immer geht mir dem technischen Beherrschen des „sozialen Mediums“ das Beherrschen auch nur rudimentärer Diskussionskultur oder nennen wir es einfach einmal altmodisch Umgangsformen einher. Die Mängel in Rechtschreibung und Grammatik lasse ich einmal außen vor. Mit derartigen Spitzfindigkeiten kann Bastian Sick Bücher verkaufen. Seine Belustigungsanstrengungen gehen am eigentlichen Kommunikationsproblem aber vorbei.

Anders als beim Gespräch von Angesicht zu Angesicht (deutsch für: Face to Face) fallen wesentliche Elemente vertrauter Kommunikation weg. Mimik und Gestik lassen sich durch Pictogramme (;0)) nur unzureichend ersetzen. In einem Land, das zudem noch Probleme mit dem uneigentlichen Sprechen (=Ironie) hat, scheint der anregende, auch anspruchsvolle geistreiche Dialog via Facebook eher erschwert. Daran komme ich auch als regelmäßiger Nutzer Sozialer Medien nicht vorbei. Wenn ich also im Pyjama vor dem Flachbildschirm sitze, um mich ins Weltgeschehen oder das, was wir Nutzer dafür halten, einzubringen, stelle ich immer wieder fest, wie wenig Widerspruch ertragen, wie schnell Schimpf und Schande das Argument und Faktum ersetzen. Im Schutz des Internets lässt mancher die Kinderstube, die er möglicherweise nie hatte, vergessen.

Spätestens hier ist man versucht, von Unsozialem Medium zu sprechen.

 

Interessant ist noch etwas anderes: Immer wieder erlebe ich, wie Menschen in Cafés an ihren Rechnern sitzen und sich geschützt durch ihre iPhones, Notebooks, Tablets dem öffentlichen Raum entziehen. Sie ziehen sich vor aller Öffentlichkeit in die virtuelle Welt zurück. Mitunter beobachtet man , dass sie beim Verlassen des Lokals dem Kellner oder der Tischnachbarin ihre Rufnummer, moderner wahrscheinlich ihren Nickname in einem der Sozialen Netzwerke, zuschieben, ohne vorher auch nur ein Wort gewechselt zu haben – Möglicherweise standen sie ohnehin schon lautlos und diskret via Netzwerk in Verbindung. Social Media können also laut und unflätig, aber auch diskret und schüchtern sein. Die Nerds dieser Welt haben es erkannt. Sie verstehen aber zunehmend, dass die elektronische Welt nicht die ganze Welt ist. Menschen, die die Möglichkeiten der (längst schon nicht mehr so) Neuen Medien seit Jahren etwa zur Erwachsenenbildung nutzen, wussten längst, dass die Online-Phase stets auch eine Offline-Phase beigesellt werden soll, wenn das „Soziale Medium“ nicht ungesellig, unwirtlich und unwohnlich also unattraktiv sein soll.

Die Basis der Piraten hat nun gefordert, die Möglichkeiten der inhaltlichen Arbeit via Internet, sie nennen es modisch „liquid democracy“, stärker auch offline zu bewerben. Zu wenig, so scheint es, tut sich dort, wenn nicht neuigkeitstrunkene Journalisten täglich mehrfach auf die „liqiud democracy“ hinweisen. Diese Erfahrungen haben andere, etwa die FDP, schon vorher gemacht. Auch wenn sie dabei nicht medial “gehypt” wurden. Zwar haben die Liberalen nicht so schöne neue Begriffe für den Internetdialog etwa zu Wahlprogrammen gefunden, wie ihre vorübergehend exotisch wirkenden Mitbewerber. Aber diejenigen, die sich mit der gemeinsamen Arbeit an Inhalten im Internet länger beschäftigen, habe längst geahnt, dass über „liquid democracy mehr berichtet wird als tatsächlich in ihm gearbeitet wird. Als Modernitätssignal für die Medien hat es immerhin getaugt. Oberflächlichkeit und vorgespiegelter Dialog dürfen demokratische Freiheit und Dialog nicht ersetzen.

Wie arm es um die Kommunikationsfähigkeit der Piraten tatsächlich bestellt ist, zeigt die kürzlich bekannt gewordene Antwort auf eine Bürgeranfrage an die Selbsthilfeorganisation parteienkritischer Freibeuter: Statt in vollständigen Sätzen wurden dem freundlich-kritisch fragenden Bürger mit netzüblichen Dreisilbenkürzeln geantwortet, die zwar kein Argument zum besten gegeben, wohl aber den Spott und die Verachtung gegenüber dem offenbar missliebigen Petenten geoffenbart haben. Wie schön, wenn Transparenz auch die Grenzen eigener Mitteilungs- und Diskussionsfähigkeit zu Tage förder. Stell Dir vor, Du bist blöd und jeder sieht es.

Ich bin sehr dankbar, dass derartiger Kommunikationsabfall auf der umweltfreundlichen Müllhalte der unendlichen Weiten der drei W landen und nicht tatsächlich den öffentlichen Raum akkustisch verunzieren.

 

Sonst gilt für mich: Face to Facebook ist eine hilfreiche Krücke, sie kann aber das ganzheitliche Erlebnis einer unvermittelten Begegnung von Mensch zu Mensch nicht ersetzen. Vielleicht ist auch das das Geheimnis, weshalb die „Sozialen Medien“ vielfach zur Anbahnung echten zwischenmenschlichen Austausch dienen. Merke: Auch mediale Masturbation bleibt nur ein Substitut: Selbstbefriedigung. Vielleicht ist es doch eine zeitlose Erkenntnis: Wir müssen reden…

Im Zelt für eine bessere Welt

Die Campingsaison hat begonnen. Kaum sind die Außentemperaturen wieder etwas angenehmer treten sie wieder ans Licht, die wilden Camper, die nicht das Grüne suchen, sondern das Graue: Die Straße und Plätze deutscher Innenstädte, wo sie durch Zeltlager die Weltprobleme wegsitzen wollen.

In der Innenstadt von Frankfurt am Main, der Trutzburg der Hochfinanz, sorgten einige Tausend selbsternannte Wirtschaftsfachleute für einen tagelang andauernden Ausnahmezustand. Gerichtsbeschlüsse verhinderten Dauerdemos. Die Richterschelte der Demokratieverteidiger unter der Occupy-Bewegung ließ da nicht lange auf sich warten. Schnell war von einer Aushöhlung des Versammlungsrecht die Rede. Da waren sie wieder die selbstherrlichen politischen Ansichten einer Minderheit, die ihr eigenes Recht setzen will und aufgeregt reagiert, wenn die Rechtsprechung sich ihrer sehr speziellen Auslegung der eigenen Grundrechte nichtanschließt.

Um Provokationen und Angriffe zu vermeiden, war manchem Banker der Rat gegeben worden, besser im Pullover, keineswegs aber in Anzug und Krawatte zu erscheinen. Wenige haben sich dieser Selbstbeschneidung ihrer textilen Selbstbestimmung widersetzt. Ich selbst habe mich in der Straßenbahn durch den Prenzlauer Berg schon wiederholt verächtlichen Blicken und Bemerkungen jener besonders toleranten Großstadt-Spezies ausgesetzt, die Anzug und Fliege als unsolidarisch gegenüber dem Gruppenzwang der schlecht sitzenden Schlapperklamotte betrachtet. Doch das ist eine andere Geschichte. 

Kommen wir wieder nach Frankfurt. Von den Blockierern des Bankenviertels soll keine Gefahr für Bankangestellte in welchem Aufzug auch immer ausgegangen sein. Eine Sprecherin beeilte sich, festzustellen, man habe nichts gegen Banker, wohl aber gegen Banken. Interessant! Ob sie über diese Bemerkung mehr als nur einen Augenblick nachgedacht hat. Gegen Hochhäuser aus Stahl und Glas wollte sie gewiss nicht vorgehen. Architektur und Ästhetik haben in Frankfurt augenscheinlich bei den Protesten keine Rolle gespielt.

„Die Banken“, der kapitalistische Komplex stand im Mittelpunkt der Kritik. Nun muss man sich schon fragen, ob hinter diesen vielfach sehr technisch klingenden Kollektivbegriffen finstere Wesen und Dämone stecken, oder doch nur Menschen. Der Spekulant ist in Deutschland von Alters her ein beliebtes Objekt der Kritik, aber er ist auch ein Einzelwesen, in vielen Fällen sogar Bankangestellter! 

Kämpfen die Qccupy-Aktivisten gegen Kunstwesen und Chimären? Was wollen sie eigentlich? Der Widerstand gegen das internationale Kapital hat in Deutschland eine mehr als nur folkloristische Tradition. Die kapitalistische Weltverschwörung läßt sich durch eine antisemitische Zutat, die sich auch unter den amerikanischen Occupy-Verteidigern finden ließ, schnell wieder zu dem ungenießbaren Gebräu zusammenmixen, das in einer unheilvollen Mischung aus ökonmischen Analphabetismus und Neidkomplexen schon viel Leid provoziert hat. Am Ende gingen so nicht nur Bankangestellte in wenig heimeligen Lagern zu Grunde. 

Politische Probleme löst man nicht, in dem man Zelte aufschlägt, sondern durch Sachverstand und Nachdenken. In manchen ach so verpönten Bierzelt wird in dieser Sommersaison wieder mehr Sinnvolles über das Wirtschaftsleben zu erfahren sein als bei den Wiedergängern einer sozialistischen Illusion, die sich durch Verelendungs- und Verschwörungstheorien Anhänger über Generationen sichert. Denken ist so anstrengend. Die Problemdruck indes scheint mit fallenden Temperaturen abzunehmen. Wird das Wetter im Herbst wieder ungemütlicher, werden auch die Zeltstädte sich lehren. Wo geht es zum nächsten Campingplatz?


Das Kronzprinzenadieu

Selbst die Toleranz der Unionswähler kennt Grenzen. Den lustlosen Wahlkampf des grünsten aller CDU-Vertreter wollten sie dann doch nicht unterstützen. Sie sind in Scharen zur SPD und den Grünen übergelaufen.

Mehr Sozialdemokratie als Rot-Grün konnte nicht einmal Röttgen bieten. Auch wenn er sich redlich darum bemühte. Da half es dem nun eilends aus dem Landesvorsitz geschiedenen Kronprinzen Norbert Röttgen auch nicht, dass Frau Merkel neunmal nach Nordrhein-Westfalen geeilt ist, um ihrer inkarnierten Option von Schwarz-Grün den Rücken zu stärken. Nun ist auch er perdu. Es kann nur eine geben. Merkel muss sich selber nachfolgen.

Die Unionswähler, die sich wehmütig an Friedrich Merz erinnern, haben sich der FDP zugewendet. Die Empfehlungen des ehemaligen Landesvater Clement für die Liberalen haben dann auch noch den letzten martkwirtschaftlichen Sachverstand in Richtung FDP getrieben.

Wenn die Union jemals verstanden hat, welche Chance sie 2009 für ein marktwirtschaftlich orientiertes – wenn man so will – bürgerliches Projekt, in den Händen hatte, spätestens jetzt hat sie diese Gelegenheit fast völlig verspielt. Schon 2010 hat Jürgen Rüttgers auf das falsche Pferd gesetzt, als er das schwarz-gelbe Projekt aus der bestehenden Koalition heraus für beendet erklärt hat. Die Wähler haben dies mit Unverständnis quittiert. Die FDP gewann zwar schon damals dazu, konnte aber dem Schwarzen-Peter-Spiel der Rothaut unter den Unionisten wegen fehlender innerer Geschlossenheit wenig entgegensetzen. 

Der schwarz-grüne Röttgen hat das Zerstörungswerk der Sozialdemokratisierung der Union vollendet und damit auch eine Perspektive jenseits von rot-grünen Gefälligkeitsdemokraten, Staatsschulden und Bevormundungspolitik auf unbestimmte Zeit vertagt. Norbert Röttgen selbst ist, das zeigt die Verteilung der Direktmandate zwischen Union und SPD nicht nur an der Ruhr gescheitert. Nicht einmal ihm selbst wollten die Wähler ein Direktmandat in Bonn gönnen. Es ist auch zum verzweifeln: Da gibt die Union sich erfolgreich Mühe, den zweiten Platz zu erzielen, um in eine große Koalition einzuziehen und die Wähler geben mit mehr als 60 Prozent alten und neuen Linken die Stimme.

Gut, dass sich wenigstens die FDP im Land zwischen Rhein und Ruhr ihrer Prinzipien erinnert hat. Viele Wähler haben deshalb den Wahlempfehlungen der Politstrategen in den Zeitungsredaktionen selbstbewusst die kalte Schulter gezeigt. Auch die am Wochenende noch eilends von Spiegel-online lancierten Meldungen zu vermeintlichen Umfragewerten der FDP auf Bundesebene konnten die Wähler nicht mehr von ihrer Entscheidung für eine eigenständig profilierte Landespartei abbringen.

Der Spitzenkandidat der FDP hat sich und andere zum glücklichen Ergebnis der FDP wieder an Prinzipien erinnert, die in bewährter Weise Wohlstand für alle realisieren helfen, anstatt nur Mitgefühl für Mühselige und Beladene zu reklamieren. Den Erfolg der FDP nur auf den Spitzenkandidaten zurückzuführen, hieße allerdings das einzigartige programmatische Angebot der einzigen nichtetatistischen Partei in Deutschland unterschätzen und schmälern.

Derweil singt Ministerpräsidentin Kraft „New York, New York“ mit der ebenso bedrohlichen wie selbstbewussten Zeile „If I can make it there, I gonna make it anywhere.“ Ob dies die Kanzlerin in Berlin schon an einen Kampf der Amazonen 2013 denken lässt? Wohl weniger. Wahrscheinlicher denkt sie wie viele Andere in diesen Tagen über eine ganz andere Frage nach, die lautet: Was machen die Strategen der CDU eigentlich beruflich?


Freie Wahlen in Schleswig-Holstein!

Am Wahlsonntag in Schleswig-Holstein hat es wieder nur Gewinner gegeben.

Die CDU feiert sich als stärkste Fraktion. Die FDP bejubelt das zweitbeste Ergebnis ihrer Geschichte. Die Grünen freuen sich über das beste Ergebnis ihres Bestehens zwischen Nord- und Ostsee. Die Piraten freuen sich, dass sie aus dem Stand auf die Stärke der FDP gekommen sind und landespolitisch keine Verantwortung übernehmen müssen.

Rot-Grün wird dank des Südschleswigschen Wählerverbandes möglicherweise mit einer Stimme Mehrheit regieren können. So ist selbst die SPD trotz ihres zweitschlechtesten Ergebnisses in der Landesgeschichte noch eine Siegerin. Darauf hat schon am Wahlabend Sigmar Gabriel hingewiesen. Denn: Schwarz-Gelb hat die Mehrheit verloren, die sie vor der gerichtlich errungenen Änderung des Wahlrechts nur den Überhangmandaten verdankt hat. Wem das Verhindern schon Erfolg genug ist, der mag sich mit diesen Hinweisen Gabriels zufrieden geben.

Verloren hat augenscheinlich nur die Linke. Gregor Gysi hat das unumwunden eingestanden. Dem Angehörigen einer Partei, deren früheres Führungspersonal den Lauf des Sozialismus weder durch Ochs noch Esel aufhaltbar erklärt hat, ist damit zumindest Lern- und Einsichtsfähigkeit zu attestieren. 

Die absehbare Niederlage der Linken hat in der Vorberichterstattung dazu geführt, dass nicht mehr gebetsmühlenartig vom Scheitern der FDP in den Meinungsumfragen berichtet wurde, die den entscheidenden Last-Minute-Swing der Wählerentscheidung nicht abzubilden in der Lage sind und waren.

Immerhin haben journalistische Begleiter inzwischen bemerkt, dass die Piraten rot-grüne Mehrheitsbildungen gefährden. Eingeleitet vom Leitmedien für Journalisten „Der Spiegel“ wurde entsprechend der Welpenschutz für die Freibeuterpartei aufgehoben. Schon werden Zweifel an der lange bekannten inhaltlichen Unauffälligkeit der Piraten öffentlich geäußert. Mancher mag sich wohl nicht daran beteiligen, dass das jahrelang kräftig durch die Regierungsparteien befeuerte klein schreiben von Schwarz-Gelb am Ende doch nicht zur Erfüllung der Heilsversprechen von Rot-Grün führt.

Die Wähler befreit das. Sie müssen nun nicht mehr nach „Wunschkonstellationen“ wählen, die ihnen Journalisten und Meinungsforscher nahelegen – wenn sie es je getan haben. Der Slogan der FDP im Norden “Wählen Sie doch, was Sie wollen” verdeutlicht diese Freiheit einprägsam und auf unnachahmliche Weise. Zitiert er doch unaufgeregt und deutlich das Grundprinzip der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und das Selbstbestimmungsrecht, das sich in freiheitlichen und demokratischen Wahlen äußert. Die Liberalen haben ohne erkennbare Koalitionsperspektive gewonnen. Für eine Mehrheit der eher von Pragmatismus als von gegenseitiger Anziehungskraft geprägten Verbindung aus Union und FDP war ohnehin zu keinem Zeitpunkt etwas in Aussicht.

Der Spitzenkandidat der Liberalen hat seiner Landespartei Aufmerksamkeit und Gehör verschafft. Politik wird von Personen gemacht. Wo sie kantig und profiliert auftreten, stoßen sie auf Widerspruch, werden so aber auch erkennbar. Viel war um den Wahltag vom Putsch gegen die Bundes-FDP die Rede. Kubicki hat dies umgehend dementiert. Auch er ist offenbar inzwischen zu der Erkenntnis gelangt, dass die Liberalen zum Wiederaufstieg vieles brauchen, aber keine Personalquerelen. Bleibt zu hoffen, dass diese plakative Einigkeit der Liberalen über den kommenden Wahlsonntag hinaus anhält.

Sie können damit nur gewinnen. Der Spitzenkandidat in Nordrhein-Westfalen jedenfalls scheint seine Lektion gelernt. Wenn er heute mit einer sehr selbstbewussten Kampagne klar macht, was seine FDP ist, dann ist das mehr als überfällig. Allzulange hat die FDP mit bis an Selbstverstümmelung grenzenden Selbstzweifeln Unklarheit über ihre Ziele vermittelt. Da ist es nur gut, wenn Christian Lindner schließlich klar macht, wofür die Liberalen zwischen Rhein und Ruhr stehen – und immer gestanden haben. Wie stark das besitzanzeigende Fürwort im FDP-Slogan für NRW „Das ist meine FDP“ auf Lindner, seine Wähler oder in Abgrenzung gegenüber der Bundespartei gemünzt war, werden die Tage nach dem 13. Mai zeigen. Die FDP kann nur erfolgreich sein, wenn sie einig auftritt. So wird sie “unsere” FDP.