Der unsichtbare Mann

Über Wochen wurde behauptet, es habe zur Zeit der Koalitionsverhandlungen einen Maulwurf in der FDP gegeben. Die Bundesanwaltschaft hat dann bestätigt, dass es nicht einmal einen Anfangsverdacht gebe, Ermittlungen gegen mich aufzunehmen. Jetzt hat auch das Thomas-Dehler-Haus „Klarheit“ geschaffen:

Beim Bundesparteitag in Rostock hat die Parteizentrale der Liberalen ihren Geschäftsbericht für die Jahre 2009 bis 2011 vorgelegt und siehe da: einen Abteilungsleiter Helmut Metzner hat es nie gegeben.

Wenn Helmut Metzner im Wahlkampf zur Bundestagswahl und während der nachfolgenden Koaltionsverhandlungen gar nicht in der FDP-Bundesgeschäftsstelle gearbeitet hat, kann er auch nie die dienstlich üblichen Kontakte gepflegt haben. Damnatio memoriae!

Vor und beim Bundesparteitag wurde in der Partei viel an Fairness und Anstand, aber auch an bürgerliche Umgangsformen und Stil erinnert. Bis in die Parteizentrale scheinen diese Selbstverpflichtungen noch nicht vorgedrungen zu sein.

Eine Richtigstellung des aktuellen Geschäftsberichts ist freilich nicht zu erwarten. Das verstieße gegen die Regeln der „Moskauer Schule“ für solche Druckerzeugnisse. Vielleicht arbeitet man im Thomas-Dehler-Haus bereits an der Retusche von Bildern aus früheren Jahren, die mich mit dem Parteipräsidium zeigen …

 

Trotzki zum Trotz oder gerade seinetwegen besteht aber kein Grund zur Sorge: Es gibt ein Wiedersehen mit dem unsichtbaren Mann am Mittwoch 18. Mai um 21.15 Uhr in der Sendung „kontrovers“  des Bayerischen Fernsehens.