Geheimnis und Verrat

Am 15. April um 22.00 Uhr habe ich im Nachtcafé des SWR unter dem Titel “Geheinmis und Verrat” versucht, meine Geschichte, die Verwicklungen um die Wikileaks-Veröffentlichungen vom 29. November, zu erläutern. 

”Auch das noch” mag da mancher denken. “Hat der immer noch nicht genug?” fragen sich kritische Beobachter meines Tuns. “Warum tust Du Dir das an?” sorgen sich Freunde.

Auch fünf Monate nach dem Pseudo-Skandal um den vermeintlichen US-Spion hat mein ehemaliger Arbeitgeber noch nicht die Kraft gefunden, zur Wiederherstellung meiner Reputation beizutragen. Sicher: Die Führung der FDP aktuell ganz andere Sorgen. Angesichts der Krisen in der Welt und der Desorientierung innerhalb der deutschen liberalen Partei ist die Geschichte um die geradezu fiktiv anmutende Figur Maulwurf Metzner unbedeutend und marginal. Für mich aber ist die Wiederherstellung meines Rufes unabdingbare Voraussetzung für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit potentiellen Kunden.

Wenn die FDP das nicht sieht, muss ich eben selbst tätig werden. Im “Nachtcaf锠(siehe Videomitschnitt) habe ich wie zuvor schon im Interview mit dem Magazin “Stern” manches Missverständnis aufklären  können.  Aus den immer noch eingehenden Zuschriften von Zeitgenossen weiß ich, dass sich manches Vorurteil und Missverständnis über mein “Vergehen” hält, obwohl die Bundesanwaltschaft nicht einmal einen Anfangsverdacht zur Aufnahme eines Ermittlungsverfahrens gesehen hat. Das habe ich schriftlich auf dreizehn Seiten aus Karlsruhe.

Der ”Skandal” füllte im Dezember die Titelseiten der Zeitungen, hob die Auflagen der Magazine und bereicherte die Fernsehnachrichten. Das wirkt noch immer nach. An Aufklärung und Klarstellung hatten die selben Medien kein Interesse. Sie berichteten über die Mitteilung der Bundesanwaltschaft wenig, falsch oder gar nicht. Zu peinlich war der medialen Entrüstungsindustrie offenbar die juristische Bewertung des Sachverhalts. Deshalb arbeite ich weiter an der Wiederherstellung meiner Reputation auch wenn mich das viel Kraft kostet, unangenehme Erinnerungen konserviert und das schlechte Gewissen langjähriger Wegbegleiter wachhält. Das kann ich mir, das kann ich auch anderen nicht ersparen. Verdrängung hilft nicht. Sie verursacht nur Beschwerden.