Einschalten! Einschalten! Einschalten!

Um es vorwegzunehmen: Trotz des Höhenflugs grüner Panikprofiteure am Wochenende gibt es in Deutschland keinen Bedarf für fünf grüne Parteien.

Erste Wahlanalysen zeigen einmal mehr, dass die Grünen in Baden-Württemberg besonders von besser Gebildeten und Beamten gewählt werden. Menschen also, die dank des von Schwarz-Gelb organisierten Rahmens für allgemeinen Wohlstand und/oder ihrer Stellung existenzieller Notlagen beraubt sind. Wohlstand mach experimentierfreudig.

Den Beweis allerdings, dass grüne Politik auch den erwerbstätigen Normalbürger im Auge hat, der sich nicht in den Bioboutiquen der Ökosnobs mit politisch korrekt hochpreisigen Produkten eindecken kann oder möchte, wäre erst noch anzutreten. Bislang müssen viele Steuerzahler das Gefühl haben, dass sie ökologisch korrekte Aktivitäten des zahlungskräftigen Mittelstandes quersubventioniern. 

Wer sich als normal verdienender Familienmensch oder gar Mieter keine Solar- oder Windkraftanlage oder auch nur -aktie leisten kann, bezahlt die grünen Blütenträume über seine Nebenkostenabrechnung, an der Zapfsäule oder bei der Flugreise. Was die Mitarbeiter der mitunter energieintensiven Betriebe, die es in Deutschland gottlob noch gibt, erwartet, lasse ich hier einmal außen vor. Diese Unternehmen haben Deutschland erfolgreich über die Krise gerettet.

Auch wenn sich mehr und mehr zeigt, dass nicht Tatsachen, sondern Meinungen über Tatsachen das politische Handeln bestimmen, bleibe ich noch kurz bei den Tatsachen:

Würde der Schweinefleischbedarf in Deutschland nur “biologisch korrekt” gedeckt, müsste einmal im Jahr Erdreich vom Flächenausmaß Hessens abgetragen und ausgetauscht werden. Wollte man den Energiebedarf Deutschlands durch Windkraft decken, müsste nach gegenwärtigem Stand der Technik eine Fläche, die doppelt so groß ist wie unsere Republik, mit Windrädern bedeckt werden.

Mit grünen Illusionen lässt sich Massenwohlstand nicht organisieren.

Ein Energiekonzept, das die Sicherheit der Versorgung und der Anlagen zu bezahlbaren Preisen für Privatverbraucher und produktive Arbeitsplätze gewährleistet ohne die Republik in Abhängigkeit von Scheindemokraten zu bringen braucht etwas mehr als Luftballons, Retroaufkleber und Fahnen von Grünhemden.

Die Bundesregierung hat uns doch wohl mit ihrem Energiekonzept nicht zum Besten gehalten und dieses – wie standhaft behauptet – durchdacht, oder? Was spricht also dagegen, es umzusetzen? Ist es etwa nicht krisenfest formuliert? Die Überprüfung der Reaktorsicherheit in Deutschland kann ja eigentlich bei gleichbleibenden Tatsachen keine Mängel ergeben. Und “Abschalten!” dauert, das wissen wir seit der Regierungsübernahme von Rot-Grün 1998 – unbestritten Jahrzehnte.

Bei der Lektüre des grünen Wahlprogramms für Baden-Württemberg kam mir ein (unsinniger) Slogan der Linken zum Flughafen Tempelhof in den Sinn. Er lautete: Ich zahl doch nicht für ‘nen Bonzenflughafen. Mit Blick auf die kleine grüne Welt möchte ich sagen: Ich zahle doch nicht für Bonzentechnik.

Eine liberale Partei, die sich der Sozialen Marktwirtschaft als Wohlstandsmaschine für alle Bürger verpflichtet fühlt, sollte dafür Sorge tragen, dass wieder Vernunft in die öffentliche Debatte einzieht. Der menschliche Geist bringt Lösungen für alle technischen Herausforderungen hervor. Das zeigt die Entwicklung. 

Emotionen lösen keine Probleme. Das kann nur der menschliche Intellekt. Deshalb bitte Verstand einschalten. Einschalten! Einschalten! Einschalten!