Das kommt zu früh …

Der Zeitpunkt der Veröffentlichung meines Interviews im Magazin „Stern“ wurde durch das Ergebnis der Bundesanwaltschaft bestimmt. Wer sorgfältig arbeitet, braucht etwas Zeit. Schnellrichter gab es in dieser Angelegenheit genug (siehe Blogbeitrag unten). Deshalb war die Wartezeit seit der Anhörung am 18. Januar zwar spannend, aber kein Grund für Schnellschüsse.

Die Mitteilung des Generalbundesanwalts, dass es keinerlei durch Tatsachen begründeten Anfangsverdacht gegen mich gibt, der die Einleitung eines Ermittlungsverfahren rechtfertigen würde, kam vergangene Woche.

In einem Wahljahr mit sieben Wahlen gibt es kaum einen Zeitraum, der nicht vor Wahlen liegt. Bis zur wahlkampffreien Zeit (Ende September) oder bis zu einem Nachruf bei meinem Ableben wollte ich nun wirklich nicht warten.

Ich habe offenbar mehr Vertrauen in die Überzeugungskraft der Liberalen in Hamburg als diejenigen, die sich jetzt über den Zeitpunkt meines Interviews – den Inhalt kennen sie wahrscheinlich nicht – aufregen. 

Ich wünsche der Spitzenkandidatin der FDP in Hamburg Katja Suding viel Erfolg. (Das steht auch im Interview.)

Meine Überzeugung bleibt zudem: So wichtig bin ich nicht, dass (m)ein Interview den Wahlausgang in Hamburg beeinflussen könnte.

Etwas mehr Tiefe als einen nicht belegbaren Wirkzusammenhang zwischen einem Interview und dem Wahlverhalten der Hanseaten am kommenden Sonntag sollte eine Ursachenanalyse für einen Wahlausgang, der noch gar nicht eingetreten ist, schon haben.

„Einfach gar nicht erst ignorieren“ wäre deshalb mein Ratschlag für leicht erregbare FDP-Freunde, die sich schon über die Ankündigung meines Interviews für den Stern mokiert haben. Wie schon beim Spiegel vom 29. November ist der „Urtext“ sehr viel weniger spektakulär als die Ankündigung.  Zum von mir natürlich nicht autorisierten Teaser für das Interview geht es über diesen Link.